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Pre-Seed-Investment als Brückenbauer zwischen Forschung und Markt

In anderen Ländern gibt es das Modell bereits – in Deutschland wurde 2019 mit dem Fraunhofer Technologie-Transfer Fonds (FTTF) der erste Tech-Transfer Fonds einer Forschungseinrichtung in Deutschland gegründet. Managing Partner Johann C. Siemes erklärte auf der 19. Hub Night, was der Vorteil für Gründer mit einem Forschungsbezug ist und wie damit mehr Ausgründungen gefördert sowie nachhaltige Beteiligungsstrategien etabliert werden.

Seit Jahren steigt die Zahl innovations- oder wachstumsorientierter junger Unternehmen in Deutschland kontinuierlich. Vielversprechende Ideen entstehen dabei oftmals als Ergebnis von Dissertationen oder Projekten in Forschungseinrichtungen, bräuchten oftmals jedoch noch mehr Zeit, um weiter wachsen zu können, gerade auch den „Product-Market-Fit“ besser zu erarbeiten. Die ist in vielen Fällen auf Grund von bestimmten rechtlichen Rahmenbedingungen, denen Forschungseinrichtungen in Deutschland unterliegen, nicht möglich. Ein Dilemma für potenzielle Gründer*innen: Sie würden gerne ausgründen, haben allerdings Probleme, frühzeitig Investoren ins Boot zu holen. Ein Booster für den erfolgreichen Markteintritt fehlt dadurch. Das Ende vom Lied: Potenzielle Gründer*innen wagen sich erst gar nicht mit ihrem Projekt auf den Markt.

Genau an diesem Punkt setzt der FTTF an. Der Fonds kann unmittelbar nach der Gründung als Erstfinanzierung bis zu 250.000 Euro in Startups investieren. Dieser Finanzierungsprozess kann innerhalb von sechs bis acht Wochen realisiert werden, eine erfolgreiche Due Diligence Prüfung vorausgesetzt. Diese Summe reicht den Startups in der Regel etwa 12-15 Monate, um in dieser Zeit ihre Idee so voranzutreiben, um weitere Finanzierungsrunden erfolgreich zu meistern. Das Hauptaugenmerk des 60 Millionen Euro schweren FTTF`s liegt zwar auf frühphasigen Investments, dennoch ist es bei einer positiven Entwicklung des Startups möglich und durchaus auch gewünscht, in weiteren Finanzierungsrunden gemeinsam mit einem Spiegelinvestor bis zu 5 Millionen Euro pro Startup als Folgeinvestition bereitzustellen.

Die einzige, zwingende Voraussetzungen für ein Investment des FTTF ist der direkte Bezug der Gründer*innen beziehungsweise der Startups zur Fraunhofer-Gesellschaft. Dies kann sowohl ein Lizenzvertrag oder eine Kooperation zwischen dem Unternehmen und der Fraunhofer-Gesellschaft sein, aber auch eine Ausgründung als ehemalige/r Mitarbeiter*in ist möglich. Darüber hinaus achtet der FTTF neben einem fokussierten Geschäftsmodell mit klarem USP und dauerhaftem Zugriff auf die Technologie der Startups auch auf die Teamzusammensetzung.

Insbesondere durch eigene Erfahrungen im Gründungsbereich, aber auch durch eine enge Kooperation mit den Transferprogrammen der Fraunhofer-Gesellschaft, kann der FTTF die Startups hands-on unterstützen und dies während der gesamten Pre-Seed-Phase. Darüber hinaus stellt der FTTF seine Zugänge zu dessen breiten Netzwerk an Experten, Industriekontakten und möglichen (Anschluss-)Investoren zur Verfügung.